ChatGPT-SEO und AI Overviews: So werden Unternehmen in KI-Suchen sichtbar

Bünyamin Pollin
Geschäftsführung & Technische Leitung
In ChatGPT und anderen KI-Suchen erscheint eine Website, wenn vier Dinge zusammenkommen: Die Such-Crawler der KI-Anbieter dürfen die Seite abrufen, die Seite ist in der normalen Suche sauber indexiert, der Text beantwortet eine konkrete Frage in einem zitierfähigen Satz, und das Unternehmen ist als Marke eindeutig erkennbar. Eine Garantie auf Nennung gibt es nicht. Wer sie verkauft, verkauft etwas, das er nicht kontrolliert.
Für diese Disziplin hat sich der Begriff Generative Engine Optimization (GEO) etabliert. Das meiste davon ist gutes, technisch sauberes SEO. Ein paar Punkte sind neu, vor allem bei den Crawlern.
Woher nehmen ChatGPT und AI Overviews ihre Quellen?
ChatGPT durchsucht für aktuelle Antworten einen eigenen Suchindex. Den befüllt der Crawler OAI-SearchBot. OpenAI schreibt dazu, dass Websites, die OAI-SearchBot sperren, nicht in den Suchantworten von ChatGPT erscheinen. Der bekanntere GPTBot ist davon getrennt: Er sammelt Inhalte für das Training von Modellen. Beides lässt sich in der robots.txt einzeln steuern.
Google AI Overviews heißen auf Deutsch „Übersicht mit KI“ und laufen in Deutschland seit dem 26. März 2025, auf Deutsch und Englisch, für angemeldete Nutzer ab 18 Jahren. Google nennt dafür keine Sonderanforderungen: Eine Seite muss indexiert sein und in der normalen Suche mit Snippet angezeigt werden dürfen. Neue maschinenlesbare Dateien oder spezielles Markup sind laut Google nicht nötig. Wer bei Google nicht rankt, hat es auch in den AI Overviews schwer.
| Dienst | Crawler (User-Agent) | Zweck | Folge einer Sperre |
|---|---|---|---|
| ChatGPT | OAI-SearchBot | Suchindex für ChatGPT-Antworten | keine Nennung in ChatGPT-Suchantworten |
| ChatGPT | GPTBot | Training von OpenAI-Modellen | Inhalte fließen nicht ins Training, Suche unberührt |
| ChatGPT | ChatGPT-User | Abruf, wenn ein Nutzer eine Seite anfragt | robots.txt greift laut OpenAI hier unter Umständen nicht |
| Claude | Claude-SearchBot | Suchindex für Claude | geringere Sichtbarkeit in Claude-Suchantworten |
| Claude | ClaudeBot | Training von Anthropic-Modellen | Inhalte fließen nicht ins Training |
| Googlebot | Google-Suche inkl. AI Overviews | keine Suche, keine AI Overviews | |
| Google-Extended | Training und Grounding von Gemini | laut Google kein Einfluss auf Suche und Ranking |
Schritt 1: Crawler-Zugriff prüfen
Prüfen Sie zuerst, ob die Such-Crawler überhaupt durchkommen. Häufige Blockaden sind eine alte robots.txt mit pauschalen Sperren, eine Web Application Firewall oder ein CDN mit Bot-Schutz, der unbekannte User-Agents abweist, und Inhalte, die erst per JavaScript nachgeladen werden.
Ob Sie Training erlauben, ist eine eigene Entscheidung. Sie können GPTBot und ClaudeBot sperren und die Such-Crawler zulassen. Ein Beispiel:
User-agent: OAI-SearchBot
Allow: /
User-agent: Claude-SearchBot
Allow: /
User-agent: PerplexityBot
Allow: /
# Training: je nach Entscheidung Allow oder Disallow
User-agent: GPTBot
Disallow: /
User-agent: ClaudeBot
Disallow: /
Sitemap: https://www.example.de/sitemap.xmlSchritt 2: Antworten schreiben, die sich zitieren lassen
KI-Antworten übernehmen gern einzelne Sätze, die eine Frage vollständig beantworten. Ein Absatz, der mit Einleitung und Firmengeschichte beginnt, liefert keinen solchen Satz. Das Muster, das funktioniert:
- Die Frage steht als Zwischenüberschrift, so wie Kunden sie stellen.
- Der erste Satz darunter beantwortet sie vollständig, ohne Vorlauf.
- Danach folgen Zahlen, Preise, Fristen oder Verfahren, jeweils mit Quelle.
- Vergleiche und Preise stehen in Tabellen mit klaren Spaltenköpfen.
- Jede Seite zeigt sichtbar, wann sie zuletzt aktualisiert wurde.
Ein Beispiel. Schwach: „Wir bieten flexible IT-Lösungen zu fairen Konditionen.“ Zitierfähig: „Die IT-Betreuung rechnet Visgenix pro Gerät, Server und Lizenz ab; die Reaktionszeit richtet sich nach der SLA-Stufe, von Basic innerhalb von 8 Geschäftsstunden bis Enterprise bei kritischen Störungen unter 30 Minuten.“ Der zweite Satz beantwortet eine Frage. Der erste beantwortet keine.
Aktualität zählt mit. Ein Artikel mit Preisen von 2023 und ohne Datum wirkt für Leser und Maschinen gleich unsicher. Pflegen Sie ein sichtbares Aktualisierungsdatum und halten Sie es im Artikel-Schema als dateModified synchron. Ändern Sie das Datum nur, wenn sich am Inhalt tatsächlich etwas geändert hat.
Schritt 3: Strukturierte Daten und llms.txt
Schema-Markup beschreibt maschinenlesbar, was auf einer Seite steht: Organisation, Adresse, Leistung, Preis, FAQ, Artikel mit Datum und Autor. Google sagt ausdrücklich, dass für AI Overviews kein besonderes Markup nötig ist. Strukturierte Daten helfen trotzdem, weil sie Ihre Angaben eindeutig machen. Sie müssen mit dem sichtbaren Text übereinstimmen.
Die llms.txt ist eine Markdown-Datei im Stammverzeichnis, die KI-Systemen eine kuratierte Übersicht der wichtigsten Seiten gibt. Jeremy Howard hat sie im September 2024 vorgeschlagen. Ein verbindlicher Standard ist sie nicht, und Google braucht sie nach eigener Aussage nicht. Der Aufwand ist gering. Erwarten Sie davon keine messbaren Sprünge.
Schritt 4: Als Marke eindeutig erkennbar sein
Eine KI-Antwort stützt sich meist auf mehrere Quellen. Wer nur auf der eigenen Website vorkommt, liefert wenig Bestätigung. Hilfreich sind:
- identischer Firmenname, Adresse und Telefonnummer auf Website, Impressum, Branchenverzeichnissen und dem Google Business Profile,
- ein Organization-Schema mit Verweisen auf LinkedIn und andere offizielle Profile,
- Fachbeiträge, Interviews oder Einträge bei Verbänden, die Ihr Unternehmen mit einem Thema verbinden,
- Autorenangaben mit Funktion, damit klar ist, wer hinter einem Text steht.
Schritt 5: Messen, was ankommt
Google zählt Klicks aus AI Overviews in der Search Console mit, im Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“. Einen separaten Bericht gibt es dort nicht. Besuche aus ChatGPT, Perplexity oder Claude erkennen Sie in Ihrer Webanalyse an der verweisenden Domain. Ergänzend lohnt ein fester Satz an Testfragen, die Sie monatlich in den wichtigsten KI-Diensten stellen und protokollieren. Die Antworten schwanken, deshalb zählt der Trend über mehrere Monate. Notieren Sie pro Testfrage, ob Ihr Unternehmen genannt wird, ob ein Link auf Ihre Seite gesetzt ist und welche Wettbewerber stattdessen auftauchen. Die dritte Spalte ist oft die aufschlussreichste: Sie zeigt, welche Inhalte die KI bei anderen findet und bei Ihnen nicht.
Was nicht funktioniert
- Massenhaft generierte Seiten. Google führt das als „Scaled content abuse“ in den Spam-Richtlinien, unabhängig davon, ob ein Mensch oder eine KI den Text geschrieben hat.
- Versteckter Text für Bots. Inhalte, die nur Crawler sehen, verstoßen ebenfalls gegen die Spam-Richtlinien.
- Werbesprache. „Führender Anbieter“ ohne Beleg liefert keinen zitierbaren Fakt.
- Gekaufte Garantien. Kein Anbieter steuert, was ChatGPT oder Google in eine einzelne Antwort schreiben.
Kurz gesagt
Die Grundlage bleibt technisches SEO: indexierbare Seiten, schnelle Ladezeiten, saubere Struktur. KI-Sichtbarkeit kommt obendrauf, sie ersetzt diese Arbeit nicht.
Wie Visgenix bei KI-Sichtbarkeit unterstützt
KI-Sichtbarkeit ist bei Visgenix Teil der SEO- und Web-Maintenance-Pakete. Das Paket Wächst. (449 €/Monat, Setup 690 €) enthält technisches SEO, monatliche On-Page-Optimierung, Keyword-Tracking und die Pflege des Google Business Profile.
Das Paket Führt. (1.299 €/Monat, Setup 1.490 €) ergänzt die AI-Sichtbarkeit: llms.txt, Konfiguration der AI-Crawler, Schema-Markup für KI-Systeme, Tracking der Nennungen in ChatGPT, Perplexity und Gemini und einen monatlichen AI-Sichtbarkeitsreport. Mindestlaufzeit 12 Monate, Preisgarantie 12 Monate. Eine Nennung in einer bestimmten KI-Antwort garantiert Visgenix nicht. Messen und berichten, was sich verändert, gehört dagegen zum Paket.
Kann man eine Nennung in ChatGPT garantieren?
Nein. Welche Quellen ChatGPT in eine Antwort übernimmt, entscheidet das System für jede Anfrage neu. Sie können die Voraussetzungen schaffen: Crawler-Zugriff, indexierbare Seiten, zitierfähige Antworten und eine eindeutig erkennbare Marke.
Sollte ich GPTBot in der robots.txt sperren?
Das ist eine Entscheidung über Modell-Training, keine über Sichtbarkeit in der Suche. Laut OpenAI steuert OAI-SearchBot die Nennung in ChatGPT-Suchantworten. Sie können GPTBot sperren und OAI-SearchBot zulassen.
Brauche ich eine llms.txt?
Sie ist ein Vorschlag aus dem Jahr 2024 und kein verbindlicher Standard. Google braucht sie laut eigener Dokumentation nicht. Sie ist schnell erstellt und schadet nicht, ersetzt aber weder gute Inhalte noch technisches SEO.
Verliere ich durch AI Overviews Besucher?
Das ist möglich, vor allem bei Fragen, die die Übersicht bereits vollständig beantwortet. Wie stark es Sie betrifft, zeigt die Entwicklung von Impressionen und Klicks in der Search Console. Seiten mit Preisen, Terminbuchung oder tieferen Inhalten bleiben ein Klickziel.
Quellen
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers
- Anthropic: Does Anthropic crawl data from the web, and how can site owners block the crawler?
- Google Search Central: AI features and your website
- Google Search Central: Google common crawlers (Google-Extended)
- Google Search Central: Spam policies for Google web search
- Google Blog Deutschland: Übersicht mit KI startet in Deutschland (26.03.2025)
- llmstxt.org: The /llms.txt file