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Microsoft 365 Business Premium oder Standard: Was der Aufpreis bringt

Visgenix · veröffentlicht am · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Microsoft 365 Business Premium enthält alles aus Business Standard und zusätzlich Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen: Entra ID P1 mit Conditional Access, Intune Plan 1, Defender for Business, Defender for Office 365 Plan 1 und Purview-Datenschutz. Laut Microsoft kostet Premium im Jahresabo 19,06 € statt 12,13 € pro Nutzer und Monat, zzgl. MwSt. (Stand 28.09.2026).

Bei der Lizenzwahl für Microsoft 365 landen die meisten kleinen und mittleren Unternehmen bei zwei Plänen: Business Standard und Business Premium. Beide enthalten dieselben Office-Apps, dasselbe Postfach und denselben Cloudspeicher. Der Unterschied liegt fast vollständig im Bereich Sicherheit und Geräteverwaltung, und genau dieser Teil ist in den Produktbeschreibungen schwer zu durchschauen. Dieser Artikel zeigt, was Premium konkret zusätzlich enthält, was beide Pläne aktuell kosten und für welche Betriebe sich der Aufpreis rechnet.

Was ist Microsoft 365 Business Premium?

Microsoft 365 Business Premium ist der größte Business-Plan von Microsoft 365 für Organisationen mit bis zu 300 Nutzern und umfasst alles aus Business Standard plus Werkzeuge für Identitätsschutz, Geräteverwaltung, Endpoint-Sicherheit und Datenschutz.

Microsoft beschreibt Premium selbst als Kombination aus Produktivitäts-Apps und Sicherheitslösung für kleine und mittlere Unternehmen. Business Standard ist dagegen das Paket für Zusammenarbeit: Word, Excel, PowerPoint und Outlook als Desktop-Apps, Exchange-Postfach, OneDrive, SharePoint und je nach Variante Teams. Wer nur E-Mail und Office braucht, kommt mit Standard aus. Wer seine Geräte und Konten zentral absichern will, landet bei Premium.

Was kosten Business Standard und Business Premium aktuell?

Business Premium kostet laut Microsoft Deutschland 19,06 € pro Nutzer und Monat im Jahresabonnement, Business Standard 12,13 €, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer (Stand 28.09.2026). Im Monatsabonnement, also monatlich kündbar, verlangt Microsoft 22,87 € für Premium und 14,56 € für Standard.

Plan Jahresabo mit Teams Jahresabo ohne Teams (EWR)
Business Basic 6,07 € 4,67 €
Business Standard 12,13 € 9,34 €
Business Premium 19,06 € 16,28 €

Preise pro Nutzer und Monat, zzgl. MwSt., Direktkauf bei Microsoft, abgerufen am 28.09.2026.

Drei Hinweise zu diesen Zahlen:

  • Preise ändern sich. Microsoft hat zum 1. Juli 2026 die Listenpreise für Business Basic und Business Standard angehoben, Business Premium blieb in der US-Dollar-Preisliste unverändert. Bestandskunden sehen neue Preise erst bei der nächsten Verlängerung ihres Abonnements.
  • Partnerpreise weichen ab. Wer über einen Microsoft-Partner (CSP) lizenziert, zahlt teils andere Beträge und hat andere Laufzeiten. Vergleichen Sie immer das konkrete Angebot.
  • Copilot kostet extra. Microsoft bietet beide Pläne auch im Paket mit Microsoft 365 Copilot Business an. Das ist eine eigene Kaufentscheidung und hat mit dem Sicherheitsunterschied zwischen Standard und Premium nichts zu tun.

Rechenbeispiel für einen Betrieb mit 20 Nutzern im Jahresabo mit Teams: Der Unterschied liegt bei 6,93 € pro Nutzer und Monat, also 138,60 € im Monat oder 1.663,20 € im Jahr. Diese Summe sollten Sie mit dem vergleichen, was Sie sonst für Virenschutz, Geräteverwaltung und E-Mail-Filter separat bezahlen würden.

Welche Funktionen hat Business Premium zusätzlich?

Business Premium ergänzt Business Standard um mehrere Bausteine aus dem Microsoft-Sicherheitsportfolio. Die folgende Tabelle stützt sich auf die Sicherheitsübersicht von Microsoft Learn und die Vergleichstabelle auf microsoft.com:

Funktion Business Standard Business Premium Wofür Sie es brauchen
Microsoft Entra ID Free Plan 1 Conditional Access: Anmelderegeln nach Gerät, Standort, Anwendung
Geräteverwaltung Basic Mobility and Security Intune Plan 1 Windows-, Mac- und Mobilgeräte zentral einrichten und absichern
Endpoint-Schutz Windows-Bordmittel Defender for Business Virenschutz mit EDR, Schwachstellenübersicht, automatische Reaktion
E-Mail-Schutz Exchange Online Protection zusätzlich Defender for Office 365 Plan 1 Safe Attachments, Safe Links, Schutz vor Absenderimitation
Datenschutz nicht enthalten Purview Information Protection, DLP Vertrauliche Dokumente kennzeichnen, Versand sensibler Daten verhindern
E-Mail-Archiv 50 GB Archiv 1,5 TB Archiv Große Postfächer ohne Zusatzlizenz archivieren
Windows – Upgrade auf Windows 11 Pro Einheitliche Windows-Edition auf Firmengeräten

Das Postfach selbst ist in beiden Plänen gleich groß: Microsoft gibt 100 GB primären Speicher pro Nutzer an.

Entra ID P1 und Conditional Access

Conditional Access ist der wichtigste einzelne Grund für Premium. Damit legen Sie fest, unter welchen Bedingungen eine Anmeldung erlaubt ist: zum Beispiel nur mit MFA, nur von verwalteten Geräten, nicht aus bestimmten Ländern oder nie mit veralteten Protokollen. Ohne Entra ID P1 bleiben Ihnen nur die Sicherheitsstandards, die sich lediglich ein- oder ausschalten lassen. Wie Sie Conditional Access sinnvoll aufsetzen, beschreibt der Artikel Conditional Access und MFA in Microsoft 365.

Intune Plan 1

Intune ist die Geräteverwaltung von Microsoft. Ein neuer Laptop meldet sich damit bei der ersten Anmeldung automatisch an, bekommt Richtlinien, Software und Verschlüsselung und ist ab dem ersten Tag nach Firmenvorgaben eingerichtet. Auf privaten Smartphones kann Intune nur die Firmendaten in Outlook und Teams schützen, ohne das ganze Gerät zu verwalten. Business Standard enthält mit Basic Mobility and Security nur eine eingeschränkte Teilmenge davon, die im Wesentlichen Mobilgeräte abdeckt.

Defender for Business

Defender for Business ist laut Microsoft gleichwertig mit Defender for Endpoint Plan 1, ergänzt um einige Funktionen aus Plan 2. Neben klassischem Virenschutz erkennt es verdächtiges Verhalten auf Geräten, isoliert befallene Rechner und zeigt ungepatchte Schwachstellen an. Was EDR im Vergleich zu klassischem Antivirus leistet, erklärt der Artikel EDR, XDR und Antivirus im Vergleich.

Defender for Office 365 Plan 1

Alle Business-Pläne filtern Spam und Schadsoftware. Premium prüft zusätzlich Anhänge in einer isolierten Umgebung (Safe Attachments), kontrolliert Links beim Anklicken (Safe Links) und erkennt, wenn jemand die Identität Ihrer Geschäftsführung oder Ihrer Domain nachahmt. Microsoft hat mit dem Update zum Juli 2026 die Link-Prüfung zum Klickzeitpunkt auch in Basic und Standard aufgenommen. Anhangsprüfung und Imitationsschutz bleiben Premium vorbehalten.

Für wen lohnt sich Business Premium?

Business Premium lohnt sich für jedes Unternehmen, das Firmendaten auf Laptops und Smartphones außerhalb des Büros verarbeitet und keine andere Lösung für Geräteverwaltung und Endpoint-Schutz im Einsatz hat. Das betrifft die meisten Betriebe mit mehr als einer Handvoll Mitarbeitenden.

Aus unserer Praxis sind das die typischen Fälle, in denen Premium klar die bessere Wahl ist:

  • Mitarbeitende arbeiten im Homeoffice oder unterwegs mit Firmenlaptops.
  • Sie verarbeiten Daten mit Berufsgeheimnis oder besonderen Kategorien nach DSGVO, etwa in Kanzleien, Arztpraxen oder im Personalbereich.
  • Ihre Cyberversicherung verlangt MFA, verwalteten Endpoint-Schutz und nachvollziehbare Richtlinien.
  • Sie haben keine eigene Firewall- oder VPN-Infrastruktur, sondern arbeiten überwiegend in der Cloud.
  • Neue Geräte sollen ohne manuelles Einrichten einsatzbereit sein.

Business Standard reicht in diesen Fällen:

  • Sehr kleine Betriebe, deren Geräte bereits über eine andere Lösung verwaltet und geschützt werden.
  • Nutzer, die ausschließlich im Büro an verwalteten Rechnern arbeiten und dort anderweitig abgesichert sind.
  • Einzelne Funktionskonten oder Postfächer, für die keine Geräte verwaltet werden müssen.

Ein häufiger Kompromiss sind gemischte Lizenzen: Premium für alle, die mobil arbeiten oder sensible Daten bearbeiten, Standard oder Basic für den Rest. Microsoft erlaubt das, empfiehlt aber Premium für alle Nutzer, weil die Schutzfunktionen nur für lizenzierte Nutzer gelten. In der Praxis erzeugen Mischlizenzen vor allem Ausnahmen in den Richtlinien, und Ausnahmen sind die Stellen, an denen Angriffe gelingen.

Welche Fehler passieren beim Umstieg auf Business Premium?

Der häufigste Fehler beim Umstieg ist, Premium zu kaufen und nichts einzurichten. Die Lizenz schaltet Funktionen frei, konfiguriert sie aber nicht. Wir sehen regelmäßig Mandanten, die seit Jahren Premium bezahlen, ohne dass ein einziges Gerät in Intune registriert oder eine Conditional-Access-Richtlinie aktiv ist.

Weitere typische Stolpersteine:

  1. Sicherheitsstandards abgeschaltet, Conditional Access nicht eingerichtet. Beides schließt sich gegenseitig aus. Wer die Standards deaktiviert, muss sofort eigene Richtlinien aktivieren, sonst ist MFA plötzlich weg.
  2. Kein Notfallzugang. Vor der ersten Conditional-Access-Regel gehören zwei Notfall-Administratorkonten eingerichtet, die von den Regeln ausgenommen und besonders geschützt sind.
  3. Defender neben einem anderen Virenschutz. Zwei aktive Scanner auf einem Gerät führen zu Konflikten. Planen Sie den Wechsel und deinstallieren Sie das alte Produkt sauber.
  4. Alte Geräte nicht geprüft. Intune und Defender setzen aktuelle, unterstützte Betriebssysteme voraus. Rechner mit Windows 10 ohne erweiterte Sicherheitsupdates sind ein eigenes Problem.
  5. Backup vergessen. Auch Premium enthält kein vollständiges Backup Ihrer Microsoft-365-Daten. Warum das so ist, erklärt der Artikel Microsoft 365 Backup.

Wie gehen Sie bei der Entscheidung vor?

Die Entscheidung zwischen Standard und Premium lässt sich in vier Schritten treffen:

  1. Bestand erfassen: Welche Geräte greifen auf Firmendaten zu, und welche davon gehören der Firma?
  2. Vorhandene Werkzeuge prüfen: Welche Lizenzen für Virenschutz, E-Mail-Filter oder Geräteverwaltung bezahlen Sie heute schon, und wann laufen sie aus?
  3. Anforderungen sammeln: Was verlangen Cyberversicherung, Auftraggeber, Datenschutz oder Berufsrecht an Nachweisen?
  4. Kosten gegenüberstellen: Aufpreis für Premium gegen die Summe der Einzellösungen plus den Aufwand, mehrere Konsolen zu pflegen.

Für viele Unternehmen in Rhein-Main und Rhein-Neckar, mit denen wir sprechen, fällt die Rechnung zugunsten von Premium aus, weil ein Paket mehrere Einzelprodukte ersetzt. Das gilt aber nur, wenn die Funktionen danach auch tatsächlich eingerichtet und gepflegt werden.

Unterstützung durch Visgenix

Visgenix richtet Microsoft 365 Business Premium für kleine und mittlere Unternehmen ein und betreut Intune, Defender und Conditional Access im laufenden Betrieb. Welche Leistungen in der Betreuung enthalten sind, finden Sie unter Managed IT Services. Für die Planung von Lizenzen und Arbeitsplätzen können Sie auch unsere Beratung zum modernen Arbeitsplatz anfragen.

Häufige Fragen

Ja. Microsoft verlangt nicht, dass alle Nutzer denselben Plan haben. Die Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen von Premium gelten dann aber nur für Nutzer und Geräte mit Premium-Lizenz. Insgesamt sind in der Business-Familie höchstens 300 Lizenzen pro Mandant möglich.

Ja, Business Premium enthält Microsoft Defender for Business. Das ist Endpoint-Schutz mit EDR-Funktionen (Erkennung und Reaktion auf Angriffe) für Windows, macOS, iOS und Android. Einzeln kostet Defender for Business laut Microsoft 2,60 € pro Nutzer und Monat im Jahresabo (Stand September 2026).

Nein. MFA ist in allen Business-Plänen über die Sicherheitsstandards (Security Defaults) von Entra ID verfügbar. Business Premium brauchen Sie, wenn Sie MFA regelbasiert steuern wollen, etwa nur verwaltete Geräte zulassen oder Anmeldungen aus bestimmten Ländern blockieren. Dafür ist Conditional Access mit Entra ID P1 nötig.

Im Europäischen Wirtschaftsraum bietet Microsoft die Business-Pläne auch ohne Microsoft Teams an. Der Funktionsumfang ist sonst gleich, der Preis niedriger: Business Premium EWR ohne Teams kostet laut Microsoft 16,28 € pro Nutzer und Monat im Jahresabo (Stand 28.09.2026). Teams kann separat lizenziert werden.

Ja, ein Wechsel ist jederzeit möglich, Daten und Postfächer bleiben erhalten. Die zusätzlichen Funktionen sind danach lizenziert, aber nicht automatisch eingerichtet. Richtlinien für Intune, Defender und Conditional Access müssen Sie oder Ihr Dienstleister selbst konfigurieren.

Quellen

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